Bhandas, Nadis und Chakras

Bandhas, Nadis und Chakras

Bandha
bedeutet fesseln, zusammenfügen, binden oder halten. Sie sind notwendig, um den Fluss von Energien auszurichten.

 

Jalandhara Banda: 
Das Wort Jala hat mehrere Bedeutungen. Interessant ist m.E. die Übersetzung „Netz“, da sie darauf hindeutet, dass hierbei der Bereich des Hirnstammes Betonung findet. Tendenziell wird gerade dieser Bereich aufgrund von Haltungsmängeln verkürzt. Der Hirnstamm ist ein kleiner Nervenzylinder, der sich etwa in Höhe der Ohren befindet. Die sensorischen Nervenbahnen des Rückenmarkes (diejenigen, die Empfindungen dem Gehirn zur Verarbeitung zuleiten) setzen sich im Hirnstamm fort, welcher darüber hinaus zahlreiche, sehr wichtige und umfangreiche Kerne aufweist. In mehreren dieser Kerne kommen zwei oder mehr Arten von Informationen zusammen. Der Hirnstamm ist beispielsweise der Ort, in dem verschiedene Eindrücke in sinnvolle Zusammenhänge zusammengefasst werden. Die Aktivitäten des Hirnstammes laufen zum größten Teil automatisch ab und erfolgen ohne unseren Willen und ohne, dass wir überhaupt daran denken. Der zentrale Kern des Hirnstammes besteht aus einer Gruppe von Neuronen und Kernen, die mit einem verwirrenden Fischnetz verglichen werden können. Wissenschaftler, welche das Nervensystem unter hoch auflösenden Mikroskopen untersucht haben, bezeichneten diesen Bezirk als die „retikuläre Formation“. Das Wort „retikulär“ bedeutet so viel wie netzförmig, und die retikuläre Formation ist tatsächlich komplexer und verwirrender aufgebaut als das übrige Gehirn. Sie enthält Nervenfasern, die sie mit jedem sensiblen System verbinden, darüber hinaus auch mit vielen motorischen Neuronen und den meisten anderen Stellen des Großhirns. Diese Verbindungen ermöglichen der Retikular-Formation eine wichtige Rolle in der Verarbeitung und Integration innerer und äußerer Wahrnehmungen.

Des weiteren wird in verschiedenen Yogatexten darauf hingewiesen, dass durch Jalandhara Bandha der Blutstrom, die Durchblutung sowie der Fluss des Prana zum Herzen, den Halsdrüsen, dem Kopf und dem Gehirn reguliert wird. In Jalandhara Bandha wird das Kinn in Richtung Schlüsselbeinmulde gezogen, so dass der Nacken gelängt wird und die Muskulatur eine angemessene Spannung findet; und zwar in einer Weise, die die Kehle frei und durchlässig erhält. Jalandhara Bandha wird während der drei Phasen des Pranayama – Einatmen (Puraka), Ausatem (Rechaka) und Kumbhaka (Anhalten des Atems) – gehalten.

 

Uddiyana-Bandha
Uddiyana
bedeutet „hochfliegen“. Dieses Bandha entwickelt sich während des Ausatmens (Rechaka) und wird während dem Anhalten des Atems nach dem Ausatmen (Rechaka-Kumbaka) gehalten. Die Hebung der unteren Bauchorgane – zwischen After und Bauchnabel – zur Wirbelsäule hin (Mula Bandha) erwächst mit der durch die Ausatmung einhergehenden Aufwärtsbewegung des Zwerchfelles zu einer Hebung sämtlicher Bauchorgane – ebenfalls zur Wirbelsäule.

 

Mula Banda    
Mula
bedeutet Wurzel, Quelle, Ursprung, Ursache, Basis oder Grundlage. Bedingt durch die notwendige Erhaltung der Streckung der Wirbelsäule während des Übens von Pranayama werden während der Einatemphase die unteren Bauchorgane in der Region zwischen After und Schambein angehoben. Diese Bewegung erfolgt in Harmonie und nicht hemmend mit der Abwärtsbewegung des Zwerchfelles.

 

Die beiden Hauptnadis   sind Ida, ausgehend vom linken Nasenloch, und Pingali, ausgehend vom rechten Nasenloch. Ida wird der Mondenergie, Pingali der Sonnenenergie zugeordnet. Diese beiden Hauptnadis verlaufen entlang des Sushumna, dem Nadi des Feuers. Sushumna, Ida und Pingali bilden im Verlauf des Meru-Danda (der Wirbelsäule) Knotenpunkte, die als Chakras bezeichnet werden:

 Chakras:

Muladhara Chakra         
Steißbein; Mula = Wurzel, Quelle, Ursprung, Ursache, Basis oder Grundlage, adharra = Stütze oder lebenswichtiger Teil;

Svadishtana Chakra
Kreuzbein; Sva = Lebenskraft, Seele, adhishtana = Sitz oder Behausung;

Manipuraka Chakra
Manipura
= Bauchnabel

Manas-Chakra                 
Manas
= Innerer Sinn, oberhalb des Bauchnabels;

Surya
„Surya“ =
Sonne, oberhalb von Manas, unterhalb des Herz-Chakras

Anahata-Chakra
Anahata
= Herz

Vishuddha-Chakra
Vishudda
= „rein“; liegt im Bereich des Kehlkopfes;

Ajna-Chakra
Ajna
= Herrschaft, liegt zwischen den Augenbrauen;

Sahasrara-Chakra
„tausendblättriger Lotus“,
in der Gehirnhöhle;

Lalata-Chakra                    
Lalata
= höchster Punkte der Stirn