Das Pauken um am Ende eine Zahl auf einem Blatt zu erhalten erschien mir mehr und mehr sinnlos. Vielmehr interessierte ich mich für die spaßigen Seiten des Lebens: Freunde, Partys & Drogen. Die Auswirkungen davon machten sich nicht nur in meinen Leistungen in der Schule bemerkbar. Auch fühlte ich mich zunehmend emotional und körperlich schlechter. Ich bewegte mich in eine Abwärtsspirale und kämpfte mit Stress, Minderwertigkeitskomplexen, Rückenschmerzen, Konzentrationsproblemen und intensiven emotionalen Tieflagen. Irgendwann entschied ich mich jedoch dazu wieder daraus herauszukommen und Verantwortung zu übernehmen.
Neben dem Aufnehmen meiner Pflichten in der Schule suchte ich nach Wegen körperlich und seelisch mich wieder besser zu fühlen.
Anstatt meinen Samstag mit Freunden zu „verchillen“ besuchte ich nun jede Woche den Yogakurs meiner Mutter.
Seitdem war Yoga immer mein sicherer Anker auf meinem Lebensweg. Konnte ich für eine Woche mal kein Yoga machen spürte ich wie sehr ich mich danach sehnte. Nichts konnte meine Yogapraxis ersetzen. Nach 6 Jahren Yogapraxis übe ich heute mindestens 6 Tage in der Woche. Die Bereiche in denen es jedoch seine Wirkung zeigt gehen weit über die Yogamatte hinaus. Bevor ich mit dem Yoga begann hatte ich schon mit 15 Jahren ein deutliches Hohlkreuz und eine leichte Skoliose. Heute habe ich das Hohlkreuz fast komplett korrigiert und kann meine Skoliose soweit im Griff halten, sodass sie nicht stärker wird und ich keine Schmerzen durch sie habe. Weiterhin brachte mir Yoga körperlich endlich wieder eine Körperaktivität in mein Leben, die mich befriedigte und die ich gerne machte. Als eigentlich hyperflexibler Mensch genieße ich heute vor allem die Festigkeit, die ich mir aufgebaut habe durch das Yoga und die Kontrolle die ich nun über meine Beweglichkeit habe. Unter anderem lehrte mir Yoga aber auch auf meinem Weg mit Herausforderungen, Stress und Emotionen umzugehen, als auch sich in Geduld & Genügsamkeit zu üben. Ich lernte mir zu vertrauen und dadurch Selbstbewusstsein aufzubauen und Spiritualität in mein Leben zu integrieren. In meiner Yogapraxis fand ich vor allem endlich einen tieferen Sinn.